Hunde und die Kastration - ein leidiges Thema!

Die Vorteile einer Kastration bei Hund und Hündin sind mehr als offensichtlich - der Rüde lässt all die weiblichen Wesen in Ruhe und die Hündin hat keine Läufigkeit mit ihren Begleiterscheinungen mehr. "Wirklich perfekt" - denkt sich da ein Hundehalter. Gerade diejenigen, dessen Hunde anscheinend sogar Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit haben, werden irrtümlicherweise davon "befreit".


Aber nein, der Schein trügt. Denn eine Kastration ist kein Allheilmittel bei Verhaltensauffälligkeiten und "Erziehungsfehler".

Wer glaubt, seinen sexuell hyperaktiven Rüden "heilen" zu können, der irrt. Sicherlich wird der ein oder andere Hund nach einer Kastration ruhiger, aber dies trifft nur auf die wenigsten Hunde zu.

Ein älterer Rüde hat sein Verhalten, der Frauenwelt hinterher zu steigen, über einen langen Zeitraum erlernt und wird dieses Verhalten nach einer Kastration nur bedingt ablegen, wenn sogar auch garnicht.


Die Kastration ist und bleibt eine Operation! Das sollten sich Hundehalter immer wieder vor Augen halten. Die Restrisiken von Narkosezwischenfällen, schlechter Wundheilung und Zwischenfällen während der Operation bleiben.

Bevor eine Kastration in Betracht gezogen wird, sollten Hundehalter sich erst einmal über alternative Formen vertraut machen.

1. Hormon - Chip (selbe Wirkung wie Kastration, mit dem Vorteil, dass er bei Verhaltensveränderungen jederzeit wieder entfernt werden kann)

2. Klassische Homöopathie (hierbei ist viel möglich)

3. Verhaltenstherapie (Hundeschule und/oder Einzeltraining)


Gegenüber den zwei bis drei kleinen Vorteilen einer Kastration, stehen erhebliche Nachteile gegenüber:

1. die Pubertät stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt dar, fehlt dieser, so kann es dauerhaft zu seelischen Erkrankungen des Hundes kommen 2. Hünsinnen machen nach der 1. Läufigkeit einen enormen Entwicklungsschub - wird genau dann kastriert, kann dies seelische Schäden anrichten, die nicht wieder gut zu machen sind 3. Hündinnen einer Rasse mit erhöhtem Schutztrieb, entwickelt oftmals nach der Kastration eine erhöhte Aggressivität ihrer Artgenossen gegenüber 4. Große Rassen werden häufig nach einer Kastration inkontinent 5. bei langhaarigen Rassen entwickelt sich nach der kastration sehr oft das glänzende Welpenfell in eine dicke stumpfe Löwenmähne mit enorm viel Unterwolle 6. Oftmals erhähter Appetit durch Wegfall der Geschlechtshormone (gerade Beagle, Retriever und Cocker)


Man hat als Hundehalter nun die Wahl.

Kastriert man beispielsweise seine Hündin sehr früh, so kann man Brustkrebs gut vorbeugen, verursacht damit jedoch seelische Probleme, welche die Hündin ein Leben lang hat. Kastriert man die Hündin erst recht spät, so ist ihre Entwicklung abgeschlossen, aber die Gefahr einer späteren Krebserkrankung steigt.


Abschließend möchte ich meine Meinung kund tun: Für mich persönlich geht die seelische Zufriedenheit eines Tieres bezüglich der Kastration vor. Vor Krebs ist man in keinem Alter, bei keiner Rasse geschützt - aber ich kann durch das Erhalten der Geschlechtshormone dem Hund eine zufriedene und gut entwickelte Seele schenken.

Im Endeffekt liegt die Entscheidung bei jedem Halter selbst - und da bedaure ich, dass Hunde nicht sprechen können.


Liebe Grüße

Eure Tierheilpraxis

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